Der Genuss im Augenblick!

Was macht das Leben lebenswert? Das Schöne im Moment. Nur wenn ich in der Lage bin, neben dem Regen und meiner schlechten Laune, den blühenden Löwenzahn am Straßenrand oder das Lächeln eines weiteren Patienten im Wartezimmer wahrzunehmen, dann kann ich den Augenblick genießen.

Denn ich lebe nicht gleich oder morgen, sondern jetzt. Gestern, gleich oder morgen sprudeln nur meine Gedanken. Und wie ich zu etwas stehe, wie meine Haltung ist, das bestimmt mein jetziges Dasein. Wenn ich mit meinen Gedanke mich im gestern verliere oder einen Plan für morgen mache, dann kann es mir leicht passieren, dass ich das jetzt – den Moment – vergesse. Und ich lebe jetzt!

Heute ist ein schlechter Tag. Ich entschuldige mich damit, dass ich mit dem falschen Fuß aufgestanden bin, die Milch sauer ist und der Tag schon nicht mehr gut enden kann. Doch kann er. Denn ich kann, trotz meiner schlechten Laune, wählen, was ich wahrnehme. Höre ich die zwitschernden Vögel? Höre ich das Kinderlachen? Spüre ich die Liebe meines Partners? Spüre ich, wie gut ich es in meiner eigenen Wohnung und meinem regelmäßigen Einkommen habe? Schau, das Bild an der Wand. Mmmh, wie lecker das Croissant. Und wie ich den Milchkaffee liebe, den ich mir gerade frisch gebrüht habe.Tulpenfeld Ostern

Damit das Leben lebenswert ist und bleibt, gilt es neben dem ganzen Stress und den Unannehmlichkeiten sich minutenlange Auszeiten zu nehmen und sich selbst und die Schönheit des Moments zu genießen. Nehmen Sie ein bis zwei tiefe Atemzüge und genießen Sie mit vollem Bewusstsein das Frühstück. Den Duft des Kaffees. Das Knacken des Croissants.

Und wenn Sie mal wieder zu lange in der Schlange stehen müssen, nutzen Sie die Zeit für einen kurzen Body-Scan. Wandern Sie mit Ihrem Bewusstsein von den Füssen zum Kopf. Spüren Sie die Bewegung Ihres Atems. Entspannen Sie. Und überall dort, wo es im Körper zwickt und zwackt, verweilen Sie einen Moment länger. So kann auch die Zeit in der Warteschlange ein kurzweiliges Vergnügen für Sie werden.

Ich glaube tatsächlich die Kunst des Glücklich- und Zufrieden seins liegt nicht unbedingt in den großen Dingen. Sondern es liegt in der Kunst die kleinen Dinge des Alltags wahrzunehmen und wertzuschätzen.

Probieren Sie doch mal aus, statt Ihrem Partner einen flüchtigen Begrüßungs- oder Abschiedskuss, einen sehr bewussten Kuss zu geben. Wenden Sie sich Ihrem Partner in dem Moment bewusst zu, spüren Sie seine Arme und wie Sie seine Lippen bei dem kurzen Moment der Begrüßung und Verabschiedung erleben. Es macht einen Unterschied, ob Sie mal eben nebenbei Ihren Partner begrüßen oder ob Sie sich ihm mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit zuwenden. Es verändert etwas.

Und so ist es mit allen Alltäglichkeiten. Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Bewusstsein und Ihre Haltung machen den Unterschied. Und wenn Sie gerade den Bus verpasst haben, so ist das noch kein Weltuntergang. Nutzen Sie auch hier die Wartezeit und probieren etwas Neues aus. Versuchen Sie mal fremde Menschen zum Lachen zu bringen und zählen Sie bei wie vielen Sie ein Lächeln entlocken können. Oder sprechen Sie den Passanten neben Ihnen an und verwickeln ihn in ein Gespräch. Oder packen Sie ein Notizblock und Stift ein und schreiben in dem Moment ein Gedicht. Verrückt? Vielleicht. Und es macht das Leben lebendig und lebenswert.

Ärgern oder genießen! Sie haben die Wahl. So oder so.

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