Wie treffe ich eine gute Entscheidung

Jonathan möchte gerne im Sommer verreisen. Doch er kann sich beim besten Willen nicht entscheiden wohin. Soll er nach Österreich mit dem Zug fahren und dort wandern gehen? Oder doch lieber auf die Kanaren fliegen und dort Meer und Strand genießen? Soll er alleine verreisen oder doch lieber mit seinem besten Kumpel Marko.  Er weiß es beim besten Willen nicht – zumal alle Aspekte für ihn seinen Reiz haben.

Wie Sie sicherlich wissen, hat ein Mensch mehrere innere Anteile. Stimmen oder Anteile, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Erfahrungen des Menschen entsprechen und dementsprechend unterschiedliche Ziele und Aufgaben verfolgen. Das sogenannte innere Team.gute Entscheidungen trefen

Wie können Sie sich das vorstellen? Sie essen z.B. gerne Schokolade. Andererseits finden Sie, dass Sie nicht Ihr optimales Gewicht haben und eigentlich etwas abnehmen sollten. Und schon stehen Sie in einem inneren Konflikt. Die Schokolade verlockt so sehr und ihre innere Stimme sagt:
„Ja, greif zu. Genieß die Schokolade. Es beruhigt so schön und man lebt ja schließlich nur einmal.“
Daraufhin antwortet eine andere Stimme: „WAS? Bist Du verrückt? Du wiegst sowieso schon zu viel. Laß das. Schokolade ist nicht gesund.“
„Ach, was. Du gönnst mir aber auch gar nichts.“
„Doch, Du kannst Obst und Gemüse essen.“
„Das ist aber nicht so lecker. Und was soll dieses kleine Stück denn auch schon.“
Und wenn Sie Glück haben, schaltet sich vielleicht noch eine weitere Stimme in dem Konflikt ein: „Macht mal halblang. Wir können ja auch einen Kompromiss finden. Wenn Anja jetzt ein Stück Schokolade isst, dann wird sie dafür morgen 5min länger joggen.“
„Oh, nee. Bist Du streng…“

Kommt Ihnen das bekannt vor? Das ist Ihr innerer Dialog Ihres Teams, der meist recht unbewusst abläuft und dennoch maßgebend Ihre Handlung bestimmt. Horchen Sie mal in sich hinein, bevor Sie z.B. eine Entscheidung treffen. Wer meldet sich alles zu Wort? Welche Für und Wider gibt es?

Eine gute Möglichkeit sich über die eigenen Motive klarer zu werden und sich nicht im unbewußten Chaos zu ergehen, ist eine kleine simple Übung:
Legen Sie sich zwei Blätter auf dem Boden (als Anker) und probieren Sie aus:
1. Blatt = ein Weg (z.B. ich fahre nach Österreich)
2. Blatt = die andere Möglichkeit (z.B. ich fliege zu den Kanaren).
Fühlen Sie genau nach, wie es Ihnen wo geht, was es für Körperreaktionen und innere Stimmen auslöst.

Und wenn es kein klares für oder dagegen gibt, probieren Sie ein drittes Blatt aus, auf dass Sie sich drauf stellen können: „weder das eine noch das andere“. Wenn Sie sich z.B. auf diesem Blatt wohl fühlen, dann kann es gut sein, dass es noch eine Möglichkeit gibt, die Sie bisher noch nicht in Betracht gezogen haben.

Jede innere Stimme vertritt einen anderen Anteil in Ihnen, sei es aus Erfahrung oder aus einem aktuellen Bedürfnis heraus. Wichtig ist, den inneren Dialog wirklich ernst zu nehmen und die Für und Wider abzuwägen. Wenn Sie Ihre Entscheidungen mit der oben beschriebenen Übung  ausführen, dann achten Sie gut auf Ihre Körpersignale. Wie fühlt es sich in Ihnen an? Angenehm? Unangenehm? Schmerzt etwas? Welche Gefühle kommen hoch? Forschen Sie sich sorgfältig und nehmen Sie Gefühle und Körpersymptome ernst. Sie können sich sicher sein, dass sie damit recht schnell, einfach und klar zu einer Entscheidung kommen, die im Moment gut für Sie ist.

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